Nepal braucht jetzt Ihre Hilfe
Viele von Ihnen haben sicher von den verheerenden Auswirkungen und den Todesopfern der Ereignisse vom 26. August gehört: Eine gewaltige Sturzflut wälzte sich die Flüsse Bhotekoshi und Trishuli hinab und traf dabei mehrere Bezirke.
Inzwischen wissen wir, dass die verheerende Sturzflut durch den Ausbruch eines Gletschersees hoch im Himalaya auf chinesischer Seite ausgelöst wurde. Der daraus resultierende Erdrutsch, der den Berg hinab in das darunterliegende Flussbett stürzte, war so gewaltig, dass er als Erdbeben der Stärke 5,3 registriert wurde.
Aktuelle Nachrichten von unserem Partner HDCS zeigen, dass die dringend benötigte Hilfe ankommt
27. August
Tragischerweise steigt die Zahl der Todesopfer weiter an, während immer mehr Leichen aus den Flüssen und den verwüsteten Gebieten geborgen werden. Insgesamt werden im Katastrophengebiet an der Grenze zwischen China und Nepal noch rund 3.000 Menschen vermisst, darunter auch einige Deutsche. Die Zahl der bestätigten Toten ist zuletzt auf mehr als 700 gestiegen.
Das Vorauskommando von HDCS ist am Samstag nach siebenstündiger Fahrt in Trishuli Bazaar angekommen. Das Team erreicht nun die Menschen auf der Westseite von Trishuli Bazaar; dieser Teil ist von der östlichen, besser zugänglichen Seite abgeschnitten, da die Brücke zerstört wurde. Dem Krankenhaus von Trishuli wurden 500 Liter Diesel zur Verfügung gestellt, um den Betrieb des Generators aufrechtzuerhalten.
Am 28. August brachen drei Lastwagen mit mehr als 12 Tonnen Hilfsgütern – sowohl Lebensmitteln als auch Non-Food-Artikeln (wie Hygiene- und Haushaltsbedarf) – vom HDCS-Büro in Kathmandu in Richtung der schwerer zugänglichen Westseite von Trishuli Bazaar auf.
Die Ladung umfasste:
- 500 WASH-Sets für Familien (u. a. mit Zahnbürsten, Zahnpasta, Damenhygieneartikeln, Seife, Chlortabletten, Handtüchern, Moskitonetzen und Eimern)
- 300 Lebensmittelpakete für Familien (u. a. mit Reis, Linsen, Öl und Salz)
- 540 Planen und Seile für provisorische Unterkünfte
30. August
Nach einer fast zwölfstündigen Fahrt erreichten am Samstag zwei der Lastwagen erfolgreich Trishuli Bazaar. Leider wurde ein weiterer Lkw durch einen Erdrutsch gestoppt; unser Team vor Ort wartet nun auf eine Besserung der Straßenverhältnisse, bevor die Fahrt fortgesetzt werden kann. Von den Fahrzeugen, die durchgekommen sind, wurde heute mit der Verteilung von 250 WASH- und Lebensmittelpaketen begonnen.
Wir erhalten regelmäßig Updates von unserem Team vor Ort – sofern Internet- und Telefonverbindungen verfügbar sind – und leiten weitere Anforderungen an das Team in Kathmandu zur Koordination weiter.
Vertriebene Menschen wurden in sogenannten „Holding Centers“ (Übergangsunterkünften) untergebracht. Dort sind auch unser medizinisches Team sowie ein Beratungsteam im Einsatz, um auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.
Dringend benötigt werden Kleidung, Solarlampen sowie medizinische Handschuhe und Masken; deren Versand bereiten wir für morgen (Montag) vor. Zudem stellen wir weitere 500 WASH-Pakete, 500 Decken und 200 Schaumstoffmatratzen sowie 15 Krankentragen und 15 Rollstühle zusammen, die ebenfalls je nach Bedarf und so schnell wie möglich versendet werden sollen.
Darüber hinaus hat sich heute Nachmittag unser Koordinations- und Einsatzplanungsteam in der Zentrale beraten. Es wurde beschlossen, in Zusammenarbeit mit dem MICAH-Netzwerk auch eine abgelegene und von der Außenwelt abgeschnittene Gemeinde in Uttargaya (Bezirk Rasuwa) mit Hilfsgütern zu unterstützen. Dort werden wir 100 WASH-Sets, 100 Decken, 100 Planen und 100 Schaumstoffmatratzen bereitstellen. In den kommenden Tagen werden wir weitere Lagebeurteilungen vornehmen und Pläne prüfen, um je nach Bedarf auch andere abgelegene Gemeinden in Rasuwa mit Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
31. August
Während immer mehr Berichte über das Ausmaß der Todesopfer und der durch das Hochwasser verursachten Verwüstung bekannt werden, setzt HDCS seine Bemühungen fort, den Betroffenen zu helfen.
Ein Mitglied des Teams ist aus Trishuli Bazaar zurückgekehrt und hat aus erster Hand von den traumatischen Erlebnissen und der herzzerreißenden Lage vor Ort berichtet.
Er schilderte:
„Ich hörte viele schreckliche Geschichten von Menschen, die mit ansehen mussten, wie ihre Angehörigen direkt vor ihren Augen von den Fluten mitgerissen wurden. Ein übler Geruch lag in der Luft; die Realität war düster und unerträglich. Doch selbst in dieser Dunkelheit erlebte ich Hoffnung. Menschen aus der Gemeinde und Freiwillige packten an und halfen selbstlos den Bedürftigen in den Notunterkünften. Als die ersten Hilfspakete eintrafen, war die Dankbarkeit überwältigend. Viele erzählten mir, sie hätten gar nicht gewusst, dass Hilfe unterwegs sei; HDCS war die erste Organisation, die sie erreichte. Dennoch ist die Lage katastrophal. Die Überlebenden sind traumatisiert; sie sind unfähig zu sprechen oder auch nur medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hunderte von Menschen sind in Unterkünften zusammengepfercht – ohne Toiletten oder Schlafplätze. Die Angst ist allgegenwärtig; viele Familien sind zu sehr erschüttert, um sich um Hilfe zu bemühen, geplagt von der Furcht, erneut von einer Flut überrascht zu werden. Ihre Geschichten sind geprägt von unermesslichem Verlust und den bleibenden Wunden dieser Katastrophe.“
Bislang wurden in Trishuli Bazaar 220 Pakete mit Hygieneartikeln (WASH) und Lebensmitteln verteilt – sowohl in zwei Notunterkünften als auch außerhalb der Stadt. Das edizinische Team und Berater kümmerten sich um 91 Menschen. Sie erhielten medizinische Untersuchungen und Behandlungen und bekamen zudem die Gelegenheit, ihre Erlebnisse zu schildern und ihre Traumata zu verarbeiten – sei es im Einzelgespräch oder in der Gruppe mit den Beratern. Auch heute werden die Verteilung von Hilfsgütern sowie medizinische Maßnahmen und psychosoziale Betreuung fortgesetzt.
Zudem brachen heute früh zwei Lastwagen von der HDCS-Zentrale in Kathmandu in Richtung Trishuli Bazaar auf. Entsprechend den Anforderungen unseres Teams vor Ort hatten sie 370 Kleidersets, 330 Decken, 5 Krankentragen, 5 Rollstühle, 60 Solarlampen, 200 Moskitonetze, 7 Rollen Schaumstoffmatratzen sowie medizinische Masken und Handschuhe geladen; die Lieferung ist soeben – gegen 15:00 Uhr Ortszeit – an der HDCS Basis eingetroffen. Mit an Bord ist zudem ein weiterer Berater, der das Team in Trishuli Bazaar bei seiner Arbeit unterstützen wird.
Während uns die Berichte erreichen, ist der HDCS-Lastwagen – der normalerweise am Chaurjahari-Krankenhaus in Rukum West stationiert ist – in Kathmandu eingetroffen; er hat weitere Hilfsgüter (Zelte, Decken und Schaumstoffmatratzen) aus dem Katastrophenlager in Chaurjahari mitgebracht. Die Anreise dauerte zwei Tage, da die Straße durch Erdrutsche blockiert war.
Wir danken allen von Herzen, die aktiv Spenden sammeln oder bereits gespendet haben. Ihre Unterstützung bewirkt ganz konkret etwas. Bitte beten Sie weiterhin für alle von dieser verheerenden Krise Betroffenen, für die Helfer bei den Rettungs- und Hilfsmaßnahmen und insbesondere für die Mitarbeitenden von HDCS – sowohl für diejenigen, die unermüdlich in Trishuli im Einsatz sind, als auch für jene, die unsere Hilfsmaßnahmen koordinieren.
Wenn es Ihnen möglich ist, bitten wir Sie, diese wichtige Arbeit mit einer Spende zu unterstützen. Ihr Beitrag hilft uns, weiterhin Hilfe zu leisten und die betroffenen Gemeinschaften beim Wiederaufbau ihres Lebens zu unterstützen. Wir bitten Sie zudem, weiterhin für alle Betroffenen zu beten – für diejenigen, die um Angehörige trauern, für jene, die ihr Zuhause und ihren Besitz verloren haben, und für alle, die voller Sorge auf Nachrichten über Vermisste warten. Bitte beten Sie auch für die Such- und Rettungsteams sowie das Team von HDCS im Katastrophengebiet, während es die Hilfsmaßnahmen koordiniert und sicherstellt, dass die Hilfe bei den Menschen ankommt, die sie am dringendsten benötigen.
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